Mitteilung 18.05.2006 – Hanffutter – Der Chef des Thurgauer Landwirtschaftsamts vor Gericht

Bischofszell: Hanffutter
Der Chef des Thurgauer Landwirtschaftsamts vor Gericht

Am Bezirksgericht Bischofszell erwartet morgen Hr. Stettler, amtierender Chef des Thurgauer Landwirtschaftsamts, eine unangenehme Hauptverhandlung. Ein von ihm angeklagter Bauer aus Amriswil wird anhanden eines Dokumentes beweisen, dass der Thurgauer Amtsvorsteher tatsächlich gesagt hatte, dass die Hanfverfütterung nicht verboten ist. Jetzt aber soll dieser Bauer, geht es nach Hr. Stettler, verurteilt werden.

Dementi
Hr. Hans STETTLER, notorischer Bekämpfer von heimischem Hanf, lässt in den Bauern- und anderen Medien wissen, er habe nie bestätigt, dass die Hanffütterung nicht strafbar sei: „Die Behauptung ist frei erfunden. Ich habe nie eine derartige Aussage gemacht.“

Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus:

Tatsachenbestand
Im Rahmen eines anderen, rechtlich identischen Falls von Hanffütterung an Nutztiere hält Hr. STETTLER in einem amtlichen Schreiben vom 14. Dezember 2005 an Bezirkstatthalter P. JüNGER u. a. folgendes fest: „Für das Verfütterungsverbot von Hanf an Nutztiere ist keine gesetzliche Grundlage vorhanden. Bis heute ist wissenschaftlich nicht belegt, dass die Verfütterung von Hanf mit einem hohen THC-Gehalt den betroffenen Lebewesen Schaden zufügt. Das Hanfverfütterungsverbot ist rechtlich nicht sauber abgestützt, weshalb es nicht durchzusetzen ist.“

Darauf hin wurde der hanfverfütternde Bauer aus Istighofen freigesprochen.

Dieses Schreiben wird am Bezirksgericht Haupthema sein, hängt ja davon der Freispruch des angeklagten Bauern ab.