Mitteilung 04.07.2005 – Bauernhanf: Richterlicher Druck beugt das Bundesamt für Landwirtschaft

Bauernhanf: Richterlicher Druck beugt das Bundesamt für Landwirtschaft

Jahrelang hatte das BLW – in dessen Schlepptau die bäuerlichen Medien – der Bauernschaft abgeraten, heimischen Hanf anzubauen, dies sei nämlich verboten, erlaubt seien nur die Sorten aus dem BLW-Katalog (sic). Zwanzig Berner Bauern klagen gegen das BLW. Richter Lanz hatte das BLW aufgefordert, endlich die Wahrheit zu sagen. Auch das Berner Obergericht hatte sich mit der Angelegenheit befassen müssen.

Weil das BLW zwei Monate stumm blieb, wurde es richterlich ermahnt, zu antworten.

In einem Schreiben vom 8. Juni 2005 an den Thuner Gerichtspräsidenten gibt das BLW zu, die öffentlichkeit irregeführt zu haben. Der Anbau und die Verwendung von heimischem Hanf (sativa non-indica), hält die Sektion ,Recht und Verfahren’ des BLW fest, ist nicht rechtswidrig und es dürfen entgegen dem bisher Gesagten auch andere Hanfsorten als die im Sortenkatalog aufgeführten angebaut und verwendet werden.

Dem Bauern sprach der Richter ein Anrecht auf „Schadenersatz- und Entschädigungsansprüche gegenüber dem Staat“ zu. Vorher war die polizeilich beschlagnahmte Hanfernte zurückgegeben und der schweizweit tätigen Firma SanaSativa (FR) weiterverkauft worden. 

Dr. rer. pol. Bruno Altermatt, Bundesrat Deiss Berater für Agrarpolitik, gibt sich bestürzt:
Ich hatte immer gedacht, das BLW informiere den Departementchef richtig. Ich entschuldige mich im Namen des EVD bei allen Bauern, die um eine gute Ackerkultur gebracht worden sind“. ‚Schweizer Bauer’ Chefredaktor meinte: „ Dass wir so unkritisch dem BLW nachgelaufen sind, ist mir äusserst peinlich. Von nun an werden wir Journalisten in Sachen Hanf selbständig zu denken haben, so z.B. betreffs behaupteter THC-Verschmutzung in der Milch. Es ist heute jedem klar bewusst, dass hier das BLW eine weitere Etappe in der Irreführung beschritten hat. Als unabhängige Zeitschrift wird der ‚Schweizer Bauer’ die Information nachholen und ich hoffe, die getäuschten Leser vergeben uns“. BLW-Direktor Bösch wollte keine Aussage machen.