Rundschreiben 8 ‘Futterhanf’, vom 1. März 2005

Schliesslich geht es ja beim Futterhanf darum, bauern zu können ohne deswegen Probleme zu bekommen. Deshalb ist praxisnahe und gesetzestreue Orientierung erwünscht. Diesen Wunsch erfüllt das heutige Rundschreiben über die Rechtmässigkeit des Hanffutters. Klargestellt sei eingangs, dass Futterhanf für Tier und Betrieb vorteilhaft ist; dass sowohl die Verfassung, das Landwirtschaftsgesetz als auch die vom Bundesrat erlassene ‚ Futtermittel-Verordnung’ vom 26. Mai 1999 den heimischen Futterhanf als rechtens bezeichnen.

Das in allen Munden stehende ‚Fütterungsverbot’ ab 1. März 2005 ist schon vom Wortlaut her falsch. Es handelt sich nicht um ein Fütterungs-Verbot, sondern um ein Futtermittel-Verbot, ein Verbot über ein gewisses Futtermittel und den Handel damit.

Ein Fütterungs-Verbot an sich existiert nicht. Wer seinen eigen angebauten Futterhanf verfüttern will, damit es seinen Tieren gut geht, kann es weiterhin tun, es ist nicht verboten (unten). Aber auch wir von SanaSativa AG und die mit uns vertraglich arbeitenden Bauern werden vom Deiss-Verbot nicht tangiert, weil letzteres unwissenschaftlich, also illegal ist (unten). Was illegal ist, muss nicht befolgt werden.

Die BLW/Posieux, sprich die von Hrn. Morel (Vizedirektor BLW) / Guidon (Posieux) überfallartig geführte Attacke (‚THC in Milch und Fleisch’) hat unbestreitbar negative Auswirkungen auf unseren Geschäftsgang, weil anderswo besser investierte Arbeitstunden dem Thema aufgeopfert werden müssen – aber sonst verläuft die Attacke in den Sand (unten). Es geht dem Morel/Guidon-Duo überhaupt nicht um Gesundheit – Futterhanf ist notorisch gesund für Tier und Mensch -, es geht ihnen einzig darum, den heimischen, schweizerischen Futterhanf zu eliminieren, weil er nicht EU-konform ist (in der EU ist der Anbau von Futterhanf nicht gestattet, Hanffutter hingegen ja).

Wahr ist, dass man durch das BLW ständig vom Hanfanbau abgeschreckt wird, leider ganz zum eigenen Nachteil, zeigt doch eine Hochrechnung folgendes auf: In einem Bauernbetrieb von 20 ha ergeben sich mit Hanf jährlich insgesamt für zirka
Fr. 10’000.– mehr Einnahmen oder weniger Ausgaben, hauptsächlich hervorgerufen durch erhöhte Vitalität, bessere Laktation, gelungener Trächtigkeit, tieferen bis ganz verschwundenen Heil- und Pflegekosten des Viehbestandes. Nicht zu vergessen, dass hanfgefütterte Rinder ( 0,5 kg TS/Tag), weil sie eine bessere Verdauung aufweisen, im Schnitt 5 bis 10 % weniger Raufutter verzehren und dies bei gesteigerter Leistung.

Hanffutterverbot?

Nein, nicht möglich, aus zwei gesetzlichen Gründen:

a)      Das Verbot gilt nicht für den hofeigenen Gebrauch

b)      Das Verbot ist gesetzeswidrig

       a)   Hofeigener Gebrauch ist frei

Hat Departementchef Deiss die nötige Befugnis, um mit einer Departementsverordnung den Schweizer Bauern das Verfüttern von Futterhanf an den eigenen Tieren verbieten? Nein!

Warum nicht? Weil es ihm die höher gestellte Verordnung des Bundesrates verbietet:

Artikel 1 der vom Bundesrat erlassenen Futtermittelbuch-Verordnung lautet nämlich:

Die Verordnung gilt nicht für alle auf landwirtschaftlichen Betrieben anfallenden Einzelfuttermittel, solange sie nicht in Verkehr gebracht werden.

(‚ in Verkehr bringen’ heisst verkaufen oder gratis abgeben)

              Siehe: www.admin.ch/ch/d/sr/916_307/a1.html

Die Bundesrat-Verordnung stützt sich auf das Bundesgesetz über die Landwirtschaft (LwG). Demnach ist jeder Bauer frei, seinen eigenen Tieren selbstangebautes Futter zu geben, also auch Futterhanf. Da nun selber der Bundesrat von Gesetzes wegen (LwG) keine Befugnis hat, um das Verfüttern auf dem Hof von selbstangebautem Futter zu verbieten, kann es BR Deiss noch weniger, sprich: er darf es überhaupt nicht. Sein Fütterungsverbot ist, weil ohne Gesetzesgrundlage, null und nichtig und es muss sie niemand beachten oder gar deswegen das viehfreundliche Hanfverfüttern unterlassen.

 

       b)   Illegales Hanffutter-Verbot

Das von BR Deiss (und nicht vom Bundesrat, wie in den Medien zu lesen war) unterschriebene Verbot ist eine Departementsverordnung, nicht ein Gesetz. Nun verlangt das Gesetz aber, dass ein Futterverbot wissenschaftlich fundiert ist, ansonsten es nicht gilt. Das Futterverbot ist nicht wissenschaftlich, ganz im Gegenteil. 

Aktives THC in der Milch? Ganz unmöglich, oder aber man verabreiche einer Milchkuh eine Riesenkapsel mit synthetischem THC – so geschehen in Posieux vor sechs Jahren. In Posieux konnte nur darum THC in der Milch nachgewiesen werden, weil die Kapsel mit Butter ge­schmiert verabreicht worden sei. Das Fett der Butter hat das ansonsten nicht lösliche THC aus dem Hanf freigesetzt. 

Wäre in Posieux der Testkuh Futterhanf zum Fressen gegeben worden, hätte man beobachten können, dass kein aktives THC zum Vorschein kommt. Wahr ist leider, dass auf höheres Geheiss hin zwei Bundesangestellte wissentlich ihren Bundesrat in die Irre geführt haben und weiterhin behalten. BR Deiss wurde gesagt, damit er das Verbot unterschreibe, es fliesse THC vom Futterhanf in die Milch hinüber (…). 

Weil nun das Futterverbot bewiesenermassen nicht auf wissenschaftlich erhärteten Tatsachen fundiert ist – es wurden dem unterschreibenden BR Deiss Fälschungen (oben) und ein praxisfremdes Ereignis aus dem fernen Pakistan (!) untergejubelt (siehe Beilagen) – ist das Verbot ganz einfach gesetzeswidrig, sprich illegal, somit juristisch konsequenzlos und es muss sich niemand daran halten, weder Futtermittelfirmen noch die Bauern. Jeder eventuell angerufene Richter wird die offensichtliche Unwissenschaftlichkeit der Deiss-Verordnung feststellen und er wird das Verbot als widerrechtlich und somit nicht anwendbar erklären müssen. Der Bauer oder der Händler werden freigesprochen.

Fazit

Es kann weiterhin jedermann, ohne erst den sicher kommenden Richterspruch abwarten zu müssen, nach dem 1. März 2005 heimischen Hanf verfüttern und verkaufen, er bleibt laut geltendem Gesetz unbestraft, weil sein Tun legal ist.

Diese 100-%-Garantie kann der Unterschreiber erfahrungsgemäss geben, denn seit 1995 (Jahr der ersten Hanfwürfelherstellung) bauen an, verwerten und verfüttern gut und recht einige hundert Bauern heimischen Hanf und es wurde keiner deswegen jemals richterlich gebüsst. Zeitverlust gab es, ja, das ist bei jeder neuen Sache sowieso immer der Fall. Gelohnt hat es sich aber immer, so einstimmig die SanaSativa-Kundschaft (siehe Beilage).

Das Obergericht des Kantons BE hat nun verbindlich festgestellt, dass kein THC vom Hanf in die Milch fliesst (siehe Beilage). Das Deiss-Verbot ist somit, bevor es in Kraft ist, schon von einem Kantonsgericht als nicht wissenschaftlich, sprich nicht durchsetzbar erklärt worden. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen keinen Rekurs erhoben.

Sollte dennoch im Jahre 2005 jemand, der mit SanaSativa AG in Verbindung steht, seines heimischen Hanfes wegen behördlich aufgesucht werden, kann er sich an den Unterschreiber wenden, der ihm mit Rat, Tat und erfolgreich weiterhelfen wird.

Nota bene: Bei den über einige Bauern ergangenen Urteilen ging es nie um heimischen Hanf (sativa non-indica), sondern immer nur um den indisch, gentechnisch modifizierten Rauchhanf (cannabis indica); Rauchhanf kann man nicht säen, er wird immer gesetzt (Klonhanf), währenddem Futterhanf (sativa non-indica) immer gesät wird, nie gesetzt.

Es dankt für die Kenntnisnahme und grüsst höflichst

SanaSativa ; AG