Rundschreiben 7, vom 29. Januar 2005

Eingangs will ich mich bei Ihnen persönlich bedanken für Ihr Interesse am heimischen Futterhanf (sativa non-indica). Ich hoffe sehr, Sie in diesem Jahr – neu oder wiederholt – als Anbauer, Ver­tragspartner oder Käufer begrüssen zu dürfen.

 

An der Aktion ‘Baut Hanf 2004’ nahm eine Hundertschaft Bauern teil. Wer Zeit und Boden gab für unseren guten Futterhanf, hat ein erlebnisvolles Experiment hinter sich. Die Resultate sind unter­schiedlich: Hier ist der Anbau gelungen, die Ernte gut und finanziell hat es sich auch gelohnt, dort vereinzelt ist ein Anbaufehler oder Wetterpech dazwischen gekommen.

 

Heimischer Futterhanf

Berichtet wird nur Gutes. Ob grün direkt vom Feld, trocken in Pflanzenform, im Silo oder als Wür­fel, Futterhanf ist ein ausgezeich­netes Futtermittel. Man weiss es aus der Praxis: Er schlägt punkto Nährwert jede andere Futterpflanze! Nicht zu sprechen von ihrer Dürreresistenz und anderen Vor­teilen wie z.B. dass die Futterhanfpflanze ihre eigenen Abwehrstoffe produziert, also keine Pflan­zenschutzmittel braucht. Wahrlich ein Pluspunkt im heutigen Trend nach weniger Chemie in der Landwirtschaft. Nicht zu vergessen auch die bei den futterhanfverzehrenden Nutz­tieren in vielen Belangen merkbar erhöhte Vitalität.

 

Josef Stöckli aus Hofstatt (LU): „ Starterfutter kaufe ich nicht mehr, Hanf hat ihn ganz und vorteilhaft ersetzt. Den Kühen gebe ich 200g/Tag Hanfwürfel. Die Trächtigkeit ist kein Problem mehr.
Die Tiere sehen gut aus und haben ein schönes Haarfeld“.

 

Gibt man einer Herde von z.B. 50 Milchkühen anstatt Starterfutter eigen angebautes Hanffutter, erbringt dies eine Einsparung von Fr. 2000.– bis Fr. 3000.– im Jahr (Differenz zwischen Starterfutterpreis und Anbau/Würfelkosten; 1 ha = 9 – 11 t TS) .

 

BLW / EU

Da unser Futterhanf nicht EU-kompatibel ist, will ihn das BLW partout von unseren Feldern weg­haben. Jahrelang wurde zu diesem Zwecke das Betäubungsmittelgesetz und die Polizei miss­braucht, ohne Erfolg. Dann griff man auf das Landwirtschaftsgesetz zurück. Eingeschritten ist 2004 die Behörde in elf Fällen, davon acht alleine im Kanton Bern – jedoch auch hier erfolglos. Das Obergericht BE hat acht Mal den Bauern Recht gegeben. Die restlichen drei Fälle sind noch nicht erledigt.

 

Die letzte Masche des BLW heisst: „ Es fliesst THC vom Futterhanf in die Milch “, das sei wissenschaftlich bewiesen. Die Wissenschaft der Posieux-Experten jedoch heisst:

•  Mittels einer Kapsel mit Synthese-THC hat man einer Kuh Spuren von THC in die Milch hineingefördert (!).

•  In Pakistan, anno 1991, hat ein Sekundarschüler 10 Kühen indisches Hanfkraut gegeben. Bei fünf Kühen hat man dann

   Spuren von THC gefunden: 0,001 mg/kg, also hundert Mal weniger als die Limite für Arsen (das stärkste Gift überhaupt) im

   Kindersirup. Dabei ist THC absolut ungefährlich und gibt bei überkonsum höchstens Kopfweh.

 

Obergericht des Kantons Bern (Entscheid vom 6.12.2004): „Es ist unmöglich, dass THC vom Futterhanf in die Milch einfliesst; THC entsteht nämlich erst beim Rauchen“.

 

Bundesrat Deiss hat nun, auf Grund des Posieux-Schwindels, ein Hanffütterungsverbot (Verordnung) unterschrieben. Diese Verordnung, weil unwissenschaftlich und willkürlich, ist rechts- und verfassungswidrig und hindert somit niemanden daran, heimischen Futterhanf anzubauen und zu verfüttern (siehe beiliegender Leserbrief).

 

Info-Abend

Am 7. und am 17. Februar 2005, resp. in Aadorf (TG) und in Reiden (LU), findet um 20.15 Uhr ein interessanter Infoabend statt (siehe Beilage). Es freut mich, Sie dort begrüssen zu dürfen.

 

Besten Dank auch an das Dutzend Anbauer, die zugesagt haben und am Info-Abend kommen, um im Saal den interessierten Kollegen praxisnahe Information und ihre Erfahrung mitzuteilen.

 

Es grüsst höflichst

 

SanaSativa ; AG