Rundschreiben 5, vom 24. September 2004

Vertragshanf

Wer zum ersten Mal Vertragshanf macht, hat möglicherweise Zweifel darüber, ob die Pflanzen zu besamt sind oder nicht, und ob es sich lohnt, sie zu ernten. Dazu folgender Hinweis: Das Aufhängen kostet relativ wenig Zeit, nur das Rüsten ist arbeitsintensiv. Also bei Zweifel aufhängen. Man wird später vorbeikommen, um die Ernte zu begutachten. Ist sie gut, geht es weiter mit dem Rüsten. Ist sie – leider – zu besamt, gibt es keinen Arbeitsaufwand mehr und die Pflanzen können vorteilhaft verfüttert werden.

 

Futterhanf

Der neueste Schlag des BLW gegen den heimischen Hanf ist die letzthin verbreitete Nachricht, es fliesse THC vom Futterhanf in Milch und Fleisch über, man habe „ 0,1 % THC “ in der Milch vorgefunden. Das ist natürlich unwahr: THC erscheint erst ab 230 Grad, eine auf dem Hof nie erreichte Temperatur.

Was ist passiert? In Posieux (RAP) hat man einer Kuh eine Gelatinekapsel mit 625 mg synthetischem THC verabreicht. Die Kuh wurde dann 23 Tage lang gemolken. In der Gesamtmenge von Milch hat man dann 0,1 % der 625 mg wieder gefunden, also im ganzen 0,6 mg, verteilt auf etwa 400 Liter Milch . Zum Vergleich: Verabreicht man einer Milchkuh eine mit C2H5OH (Alkohol) gefüllte Kapsel, dann erscheinen sicher einige Spuren von Alkohol in der Milch. Die wissenschaftliche Unehrlichkeit des BLW erreicht Grenzen, die man für unerreichbar gehalten hätte.

 

Zum Thema Futterhanf spricht sich Stefan Selinger im Turbenthal (ZH) (052-385 25 69) so aus:

 

“Den Futterhanf habe ich am 17. Juli als Zwischenfrucht ausgesät. Ich habe Jersey-Kühe (amerikanischer Typ), die einen relativ schwachen Eiweiss- und Fettgehalt aufweisen. Am 20. August 2004 gab es bei mir eine Milchkontrolle des Braunviehverbands. Resultat wie üblich: 3,83 % Eiweiss und 5,10 % Fett. Total: 8,93 %. Am nächsten Tag fing ich zum ersten Mal an, jeder Kuh täglich 4 kg frische Hanfpflanzen zu verfüttern. Sie wurden gerne gegessen. Am 23. August 2004 gab es Milchkontrolle in der Käserei: 4,04 Eiweiss und 5,78 % Fett. Also 5 % mehr Eiweiss und ganze 10 % mehr Fett in nur drei Tagen! Total: 9,82 %.

Nach einem Monat staunte ich nicht wenig: Meine Milch hat 4,52 Eiweiss (+19 %) und 6 % Fett (+17 %). Total: 10,52 %. Die Fresslust der Tiere ist gut, die Wiederkäutätigkeit ist markant besser (Kauschläge von 50 – 65 auf 72 – 88 gestiegen), die Eutergesundheit ebenfalls (die Zellzahlen sind ohne Behandlung um die Hälfte gesunken) und ich sammle 20 kg mehr Tagesmilch (16 Kühe) ein. Im September habe ich denn auch 10 % mehr Milchgeld bekommen. Mit der Milch mache ich auch Käse. Die Ausbeutung war vorher 13 – 14 %, dank Futterhanf ist sie heute ein Drittel mehr, 17 – 18 %.”

Diese Aussagen bestätigen, was allgemein bekannt ist: Mit Futterhanf verbessert sich die Laktation, sowohl in der Menge als auch in der Qualität.

Mit freundlichen Grüssen

 

SanaSativa ; AG