Rundschreiben 4, vom 2. September 2004

Besuch

Sehr leider konnte nicht jedermann und jedes Hanffeld besucht werden. Vielleicht klappt es noch im September.

 

Hanfwürfel

Die beiliegenden Würfel (bio-Anbau) sind ofenfrisch, da letzten Dienstag hergestellt. Komposition: reiner Bauernhanf (sativa non-indica). Anbauer: Rudolf Spycher; Grastrocknerei, Säriswil (BE). Technische oder andere Herstellungsprobleme: keine.

 

Erntezeit

Die Erntezeit ist gekommen, die Zeit der Feststellung, ob der Hanfanbau gut oder vielleicht weniger gut gelungen ist. Dieses Jahr ist die Reife wegen den fehlenden Schönwettertagen um etwa 10 – 15 Tage verspätet.

 

 

1) VERTRAGSHANF

Die Ernte erstreckt sich auf drei bis vier Wochen, weil nicht alle Pflanzen zur gleichen Zeit reif werden. Woran merkt man, ob und wann die Hanfpflanzen erntereif sind? An den grösseren Laubblättern – vergilbt und abgewelkt – und an den Blüten – geruchstark und harzig-klebrig – sieht man es. Achtung! Nicht ernten kurz nach (grösserem) Regenguss. Der Regen wäscht nämlich viel der Aromastoffe weg. Es braucht die Blüte dann mindestens drei bis vier Tage sonniges Wetter, um die verlorenen Aromastoffe wieder aufzubauen. Erntet man dennoch kurz nach dem Regen, hat man aromaarme, sprich ziemlich wertlose Blüten.

 

Erntetechnik

Noch auf dem Feld trennt man von den stehenden Pflanzen die grossen Laubblätter (vergilbt und noch grün) ab. Die ganze Pflanze wird dann unten am Stamm abgeschnitten, sorgfältig abtrans­portiert und zum Trocknen aufgehängt. Die aufgehängten Pflanzen dürfen sich aneinander nicht berühren, als dass die Luft frei zirkulieren kann. Hat die Pflanze einen sehr grossen, dichten Zentralblütenstand, wird dieser abgeschnitten und separat aufgehängt. Unterlässt man dies, so besteht wegen ungenügender Luftzufuhr die Gefahr von Schimmel. Nach etwa zehn Tagen hat die Pflanze eine gute Hälfte ihres Volumens verloren. Das Abtrocknen dauert, je nach Grösse der Blüten, Lage, Feuchtigkeit und Lufttemperatur, zwischen 20 und 60 Tagen. Anschliessend werden die restlichen Blätter entfernt und es wird gerüstet (mehr darüber im nächstfolgenden Rundschreiben).

 

Versamte Pflanzen

Wurden die Männlein nicht rechtzeitig entfernt, haben sie naturgemäss die Weiblein bestäubt und man hat jetzt (ganz) versamte Pflanzen. Die Samen zehren beim Heranwachsen an den Blüten, welche schlussendlich ganz verschwinden. Bis zu einem Anteil von 50 % Samen wird die Ware akzeptiert (abzüglich Samengewichtsanteil). Ist es mehr als 50 %, kann die Ware für den vertraglich festgesetzten Zweck nicht mehr eingesetzt werden, sie wird nicht abgekauft und kann den Tie­ren verfüttert werden.

 

2) FUTTERHANF

Wer noch nicht geerntet hat (Sommerhanf mit weniger stressabbauendem Effekt) hat jetzt, oder in den kommenden Tagen, einen Herbst-Futterhanf mit ausgewachsenen Samen (druckfeste Schale, braungefärbt, marbriert, siehe Saatgut). Der Futterhanf ist erntereif und mit dem Maishäcksler macht man ihn silogerecht, zu Ballen oder zu Würfeln, was technisch reibungs- und problemlos vor sich geht. Nota bene: die männlichen Pflanzen, nachdem sie ihre Pflicht, sprich die Bestäubung, vorgenommen haben, sterben ab.

 

Macht Ihre Trocknungsanlage zum ersten Mal Hanfwürfel und hat sie diesbezüglich Fragen, so rufen Sie bitte an, um die Adresse von praxiserfahrenen Anlagen zu bekommen.

 

Mit bestem Wunsch für eine gute Ernte

 

SanaSativa ; AG

 

Beilagen: erwähnt & div.