Rundschreiben 3, vom 23. Juli 2004

Feld-Besuch

In der ersten Augustwoche werden die deutschschweizer Felder besucht. Es kann aber sein, dass die Zeit fehlt, jedes einzelne Feld zu besichtigen. Ist aus irgendeinem Grund ein Besuch sehr erwünscht, wird um diesbezügliche telefonische Meldung gebeten.

 

Futterhanf

Acht Wochen nach dem Säen wurden 26 a Breitsaat und 20 a Reihensaat zu Futterzwecken ge­schnitten und problemlos in Rund- und Querballen verpackt (siehe Beilage: Presse). Die Resultate in der Tonnage sind mittelmässig: 10 T mit 17,5 % TS, im Nährwert hingegen sehr gut (in kg TS): APDN 124 – 142 g, Rohprotein 188 – 213 g, APD 96 – 106 g, NEV 5,1 – 6,1 MJ, NEL 5,2 – 5,9 MJ. Die Kostprobe für das Vieh ist in zwei Monaten, aber schon jetzt isst es gerne den Grünhanf (gehäckselt oder in Pflanzenform). Auf die 46 a wurde sofort, breit und in Reihen, Bauernhanf nachgesät. Der zweite Futterschnitt erfolgt im September. Mehr darüber zu gegebener Zeit.

 

Apropos, die (beim Vertragshanf) ausgeschiedenen männlichen Pflanzen werden nicht nur, aber sicher ganz besonders von den Schweinen sehr gerne gegessen und gut verwertet. Probieren geht über studieren!

 

Beim Futter-Reihenhanf wurde gestern bei Martial Wyssa (Forel sur Lucens) der erste Schnitt gemacht und mit Mais vermischt. Seine Kühe lieben das Grünmischfutter sehr!

 

Pflanzengrösse beim Vertragshanf

über zwei Meter lang und noch nicht klar ersichtliche Männlein sind Umstände, die auf ein in die Höhe gewachsenes Feld mit noch vielen überschüssigen Pflanzen schliessen lassen. Das ist weiterhin nicht schlimm, doch muss man das Feld rasch lichten, indem die höchstgewachsenen Pflanzen herausgenommen werden (es spielt hier keine Rolle, ob Weiblein oder Männlein). In der heutigen Wachstumsperiode (unter 1000 M/ü/M) dürfen auf z.B. 10 a nur noch maximal 2000 Pflanzen stehen, wovon die noch aufkommenden Männlein entfernt werden, das heisst zirka jede zweite Pflanze. Am Ende hat man auf 10 a zirka 1000 – 1200 weibliche Pflanzen. Entstehen grössere Löcher, ist das nicht zu vermeiden, ist aber auch ein Wachstumsvorteil für die umstehenden Pflanzen, weil sie so mehr Licht und Wärme bekommen.

 

Oft gestellte Fragen

Es kommt nicht selten vor, dass eine Behörde selber nicht viel weiss über Bauern, Hanf und Ge­setz. Dann ist Aufklärung seitens des Hanfanbauers nötig und oftmals wird dies beim Gegenüber dankend entgegengenommen. Zu diesem auf beiden Seiten geschätzten Resultat kommt man aber nur, wenn man das Wissen sich angeeignet hat. Dazu verhilft das wiederholte, gründliche Lesen der ‚ Anleitung zum Anbau von Bauernhanf ‘.

 

Hanf-Sortenliste des BLW

Stimmt es, dass nur die BLW-Sorten erlaubt sind?

Dass es obligatorisch ist, einen Hanf aus dieser Liste zu wählen?

Dass ein anderer Hanf, also auch der heimische Bauernhanf, gesetzlich verboten ist?

 

Antwort: Nein, das stimmt so natürlich nicht! „ Es gibt in der Schweiz keine Liste, die besagt, welcher Hanf angebaut werden darf und welcher nicht“ ( Zitat , Bundesanwalt V. Roschacher). Eine Erlaubnis zum Hanfanbau gibt es nicht, ist nicht nötig und existiert gesetzlich nicht, denn Bauernhanf ist in der Schweiz bewilligungsfrei anbau- und verwertbar. Von Gesetzes wegen stehen dem Bauer zwei Typen von Agrar- und Industriehanf: Die BLW-Zuchtsorten (meist einhäusig, cannabis sui gen., Code 532, Flächenbeitrag und der normale, althergebrachte Bauernhanf (zweihäusig, sativa non-indica, Code 533, dito Flächenbeitrag).

 

Wann ist der BLW-Hanf obligatorisch zu gebrauchen?

Wenn – zusätzlich zum Flächenbeitrag – eine Subvention von CHF 1’500.–/ha erwünscht wird, dann und nur dann ist es tatsächlich obligatorisch , eine der im BLW-Sortenkatalog aufgelisteten Hanfsorten (EU-Typ: Fedora, Felina, Futura, usw.) zu wählen. Wer aber die Subvention nicht will, kann frei wählen, welchen Hanf er sät. Für Bauer und Industrie sind die BLW-Hanfsorten (unnatürliche, herangezüchtete Hybriden aus dem Ausland) uninteressant, weil sie vom Vieh nicht gegessen werden und wegen der schlechten Qualität, ausser Papier und Karton, zu keinen Produkten verarbeitet werden können. Der EU/BLW-Hanf wird in der Mehrheit nur deshalb angebaut, weil es CHF 3000.–/ha Bundesgeld gibt, er wird nicht geerntet und dann einfach umgepflügt. Der einzige brauchbare Industriehanf ist und bleibt der normale, zweihäusige Hanf (sativa non-indica), der in unserem Land seit der Römerzeit ansässige und geschätzte Bauernhanf.

 

THC-Analysen

Den Stoff Tetrahydrocannabinol (THC) gibt es in der Hanfpflanze nicht, er entsteht nämlich erst dann, wenn man den Hanf auf mehr als 250 Grad erhitzt, eine Temperatur also, die im Futterbe­reich nie erreicht wird. Laut Gesetz sind so genannte THC-Analysen für Futterhanf nicht gestattet. Will dennoch eine Behörde eine Analyse vornehmen (letztes Jahr 9 Mal), kann der Anbauer die Bewilligung dazu geben, soll aber klarstellen, dass dies für ihn kostenlos sein muss, da dies freiwillig geschieht.

 

Einen ertragsreichen Anbau wünscht von Herzen

 

SanaSativa AG

 

Beilagen: erwähnt & div.